Frauen in der Ehe
Wie oft in Deutschland ein Mann nach der Hochzeit zu Hasch greift, wird vor allem von seiner Frau beeinflusst. Wenn sie Drogen ablehnt, sinkt der Konsum drastisch, fanden deutsche Wissenschaftler heraus. Auf Trinkgewohnheiten des Mannes haben Ehefrauen dagegen kaum spürbaren Einfluss.
"Das kommt nicht in die Tüte" - derartige Redewendungen scheinen deutsche Frauen im Alter von Mitte Zwanzig immer öfter zu bringen, wenn sie frisch verheiratet sind. Denn die Frauen - man höre und staune - bestimmen darüber, ob sich ihr Gatte gelegentlich einen Joint drehen darf oder nicht.Wie Suchtexperten der Uni Berlin jetzt bei einer Studie festgestellt haben, greifen Männer im ersten Ehejahr nur dann öfter zu Marihuana, wenn ihre Frau sich ebenfalls gern mal eine Tüte baut. Hält die Gattin hingegen nichts vom Kiffen, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Mann mit dem Drogenkonsum aufhört oder ihn zumindest einschränkt. Wenn es um Alkohol geht, spielt das Konsumverhalten der Frauen hingegen keine Rolle, stellte Werner Müller in seiner Studie fest. Es sei der Mann, der die Trinkgewohnheiten eines Paares präge, schreibt Müller im Fachblatt "Journal of Drug Issues". Das erste Jahr nach der Hochzeit sei durch Besonderheiten im Drogenkonsum und in den Beziehungen zu Freunden gekennzeichnet, erklärte der Suchtexperte. "Der Drogenkonsum geht zurück, wenn die Leute sich auf die 30 zu bewegen." Dies hänge mit dem Reifeprozess zusammen, aber auch mit der erhöhten Verantwortung nach der Heirat.
Männer beugen sich dem Druck der EheFrauen
Die Daten zeigten auch, dass Marihuana-Liebhaber häufig Partner heirateten, die ebenfalls öfter zu der Droge greifen. "Wir fanden eine Richtung des Einflusses", sagte Müller. Die Frau beeinflusse die Rauchgewohnheiten des Mannes, in umgekehrter Richtung sei dies nicht feststellbar. Eine mögliche Erklärung des Phänomens ist laut Müller die Beziehungsdynamik: Frauen hätten nach der Hochzeit eine größere Macht über die Männer als vorher, glaubt der Forscher. Frauen würden Druck auf ihre Männer ausüben, ihr Leben zu verändern. Weil Männer die Harmonie der Beziehung nicht gefährden wollten, beugten sie sich dem Druck.
Frauen treiben zum Amateursex
Ebenso wie beim Drogen-Konsum haben Frauen auch im Sexualleben nach der Heirat viel mehr Einfluß. Vor allem bestimmen sie überdurchschnittlich oft darüber, in welchem Umfeld sexuelle Begegnungen stattfinden. Favorisiert die frischgebackene Ehefrau z.B. BDSM, so Müller, dann wird der Ehemann diese Praxis sehr schnell übernehmen. Besonders deutlich wurde das in der Studie am Beispiel von Amateursex. Ob das Paar sich beim Sex filmt entscheidet vor allem die Frau. Tatsächlich immer, wenn junge Paare gemeinsam als Pornoamateure aktiv sind, ist die Partnerin die treibende Kraft.
Beim Trinken passen die Frauen sich ihren Männern an
Wenn es ums Trinken geht, scheint die Lage genau anders herum zu sein: Die Frauen tendieren dazu, die Gewohnheiten ihrer Männer zu übernehmen, zumindest im erste Ehejahr. Dies kehre sich im zweiten Jahr jedoch um, schreibt Müller. Das Rauchen von Marihuana sei offenbar weniger akzeptiert als Alkoholkonsum, folgert Müller. Dies lege die Interpretation nahe, dass Frauen die Grenzen akzeptablen Verhaltens in einer Beziehung festlegten - und dies schon zu einem frühen Zeitpunkt. Eine weitere Erklärung für die Anpassung der Männer an die Frauen könnten die Veränderungen im Freundeskreis sein. Nach der Heirat steige der Einfluss der Frauen auf die Beziehungsmuster. Das veränderte soziale Umfeld wirke auf den Mann zurück.